Sonderausstellung 70 Jahre Geiseltalmuseum
Die Paläontologie hat an der MLU eine jahrzehntelange Tradition, in die
das Geiseltalmuseum als Teil des Fachbereiches Geowissenschaften
inkorporiert ist. Das Geiseltalmuseum existiert seit dem 23.11.1934 an
seinem Gründungsort, der ehemaligen Kapelle des Kardinal Albrecht in
der Neuen Residenz in Halle (Saale). Es besteht bereits seit über 70
Jahren.
Aus diesem Anlaß wurde die Sonderausstellung:
"Rekonstruktionen zum eozänen Geiseltal"
Graphische Darstellungen - Dreidimensionale Moorlandschaft aus der Braunkohlenzeit mit Urpferd-Plastiken
eröffnet.
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Hier werden graphische Darstellungen zu unterschiedlichen
Ökosystemen des eozänen Geiseltales (vor 50 Millionen Jahren) gezeigt,
bei denen die berühmten "Urpferde" der Gattung Propalaeotherium im Mittelpunkt stehen.
Derartige Rekonstruktionen sind Spiegelbilder des Erkenntnisstandes zu
einer bestimmten Zeit. Das bedeutet, dass auch sie einem Wandel und
damit auch einer Evolution unterworfen sind. Dies lässt sich an den
Graphiken beispielhaft erkennen.
Die Synthese zahlreicher Einzelbeobachtungen, ausgehend vom Skelett und
dem sich hieraus ergebenden Habitus des Körpers sowie von Befunden über
die Gestalt einzelner Weichteile (z. B. Ohren) haben zu einer neuen
umfassenden bildlichen Darstellung geführt, die von dem akademischen
Maler P. Major aus Prag in ein Aquarell umgesetzt wurde und hier
gezeigt wird.
Den Mittelpunkt der Ausstellung bildet eine dreidimensionale
Moorlandschaft aus der Braunkohlenzeit mit Urpferd-Plastiken, die zur
kleinsten im Geiseltal nachgewiesenen Urpferd-Species Propalaeotherium parvulum
zählen. Sie erreichten im ausgewachsenen Zustand die Größe eines
Foxterriers. Die detailgetreue Wiedergabe des exemplarisch
dargestellten Lebensraumes im eozänen Geiseltal schließt auch die
Vegetation ein. Das Diorama dient vorrangig didaktischen Zwecken und
zielt auf jüngere Museseumsbesucher.
Ein zur Zeit der Museumsgründung (1934) hergestelltes Gemälde von G.
Heinze ist ein ergänzendes, wertvolles Zeitzeugnis. Es ermöglicht den
Einblick in die bergmännischen Aktivitäten in einem aktiven
Braunkohlentagebau der 1930er Jahre. Dargestellt ist die Grube
"Cecilie", von der auch das "Wappentier" (Propalaeotherium isselanum)
des Geiseltalmuseums stammt. Hierbei handelt es sich um ein einmalig
gebliebenes Fundstück, dessen Skelett nahezu vollständig und im
Zusammenhang überliefert ist. Es ist das bekannteste Objekt der
Geiseltalsammlung und in der Dauerausstellung des Geiseltalmuseums zu
sehen.
(Galerie)
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