Ausgrabungen im Geiseltal

Grabungstätigkeit

M. Hellmund und Ch. Köhn bei der Ausgrabung fossiler Kleinfunde 1993

 

Die Förderung der Braunkohle, mit deren fortschreitendem Abbau die Entdeckung von Fossilfundstellen seit der Mitte der 1920er Jahre einherging, kam im Jahre 1993 durch die wirtschaftliche Erschöpfung der Lagerstätte und die sich unmittelbar anschließende Rekultivierung des Geiseltalreviers zum Erliegen. Damit endete auch die Möglichkeit, weitere Grabungen auf fossile Wirbeltiervorkommen an den noch verbliebenen Kohleflözen, die ohnehin geographisch weit entfernt von den ehemals besonders fossilhöffigen Bereichen im zentralen bzw. südwestlichen Teil des Geiseltales lagen, anzusetzen.
 
Nicht nur durch die aktuelle Situation im Geiseltalrevier (Einstellung des Bergbaus, Rekultivierung und Flutung) ist die Bedeutung und der wissenschaftliche Wert der Geiseltalsammlung, die von einer nun nicht mehr zugänglichen Fossillagerstätte zusammengetragen wurde, besonders hoch einzuschätzen. Ihr wissenschaftlicher Stellenwert ergibt sich auch aus der im Eozän beginnenden Radiation der Säugetiere, denn hier bildeten sich u. a. die Ahnenformen von vielen heute lebenden Säugetierordnungen heraus.


 
Bergung eines Großfundes aus der Geiseltalkohle, ca. 1930er Jahre
 

In der etwa 70 Jahre währenden paläontologischen Grabungstätigkeit wurde einzigartiges Fundmaterial geborgen, an dem auch heutzutage das Forschungsinteresse sowohl nationaler als auch internationaler Wissenschaftler uneingeschränkt besteht. Das belegt die Publikationstätigkeit.


 

Die Lackfilmmethode

Herstellung eines Lackfilms

 

Die Lackfilmmethode, die auch als Sedimenttransfermethode bezeichnet wird, ist eine in der Geologie und Paläontologie angewendete Bergungs- und Konservierungstechnik für geowissenschaftliche Objekte unterschiedlicher Art. Sie wurde in den 1930er Jahren von E. Voigt am Geologischen Institut in Halle an Geiseltalmaterial entwickelt.
 
Sie hat sich rasch als universell und überregional anwendbar erwiesen, so auch in der Bodenkunde und in der Archäologie. Aus historischen Gründen wird der Begriff "Lackfilm" weiter verwendet, obwohl heutzutage bei der Herstellung Epoxidharz anstelle des klassischen Nitrocellulose-Lackes verwendet wird.
 
Ein Lackfilm gibt das seitenverkehrte Bild z. B. eines Teils einer Aufschlusswand wieder. Dank dieser Methode lassen sich originalgetreue Profile von zeitweiligen Aufschlüssen, z. B. Tagebauen bergen und dauerhaft konservieren.
 
Dieses Verfahren hat in den letzten Jahren vor der Flutung des Geiseltalreviers wieder Anwendung gefunden. In der Dauerausstellung des Geiseltalmuseums sind sowohl historische Beispiele, als auch solche aus den Jahren 2000 bis 2002 zu sehen. Sie sind von besonderem wissenschaftlichen Wert, da sie aus einer nunmehr unwiederbringlich verlorenen Braunkohlenlagerstätte stammen.


 
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