Dauerausstellung zum Geiseltal
Die ausgestellten Fossilien spiegeln einen repräsentativen Querschnitt
der gefundenen Taxa wider. Diese stammen aus dem etwa 20 km südwestlich
von Halle (Saale) gelegenen Geiseltal, einer ehemals auch
wirtschaftlich bedeutsamen Braunkohlenlagerstätte Mitteldeutschlands.
Aufgrund spezifischer, geochemischer Bedingungen traten
dort in bestimmten Flözbereichen, insbesondere bei den Grabungen
während der 1930er bis 1960er Jahre, vorzüglich erhaltene Fossilien
durch den fortschreitenden Bergbau zu Tage. Das Vorkommen von
Wirbeltierskeletten und deren Bezahnungen unmittelbar in der Braunkohle
ist bis heute einmalig in ganz Mitteleuropa. Dieses
Überlieferungsphänomen ist auf die Zufuhr von kalkhaltigen Wässern aus
süd- bzw. südwestlicher Richtung und die hierdurch stattgefundene
Neutralisation ("Pufferung") z. B. von Huminsäuren in den Niedermooren
während eines frühen Stadiums der Diagenese zurückzuführen.
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Die Dauerausstellung des Geiseltalmuseums umfasst zusammen mit der Magazinsammlung mindestens 30.000 Fossilfunde, dabei überwiegen diejenigen der Wirbeltiere. Von diesen sind 126 verschiedene Arten wissenschaftlich beschrieben worden, zum Teil handelt es sich um Taxa, die hier ihre wissenschaftliche Erstbeschreibung und Benennung erfuhren. Zu den besonderen Jubiläen und Jahrestagen wie die der Museumsgründung wurden detaillierte, zusammenfassende Grabungsberichte etc. erstellt, sowie Fundbilanzen publiziert und fortgeschrieben (s. Literatur zur "Geschichte der Geiseltalsammlung und des Geiseltalmuseums").

Das Geiseltalflöz, das vor etwa 50-45 Millionen Jahren, vorwiegend
im mittleren Eozän unter subtropischen Klimaverhältnissen über einen
Zeitraum von etwa sechs bis acht Millionen Jahren entstanden ist, wird
in die Untere Unterkohle, die Untere Mittelkohle, die Obere Mittelkohle
und die Oberkohle untergliedert, mit den jeweils darin eingeschalteten
sogenannten feinklastischen Mitteln (z. B. feinsandige Sedimente). Die
Oberkohle gehört stratigraphisch in das basale Obereozän. Eine
Übersicht der bislang aus dem Geiseltal beschriebenen Wirbeltiertaxa
und der zugehörigen, auch älteren Literatur stellten HAUBOLD & KRUMBIEGEL (1984), HAUBOLD (1995) und HELLMUND (2005, unpubl.) zusammen.
Ein kleiner Museumsführer mit Erläuterungen zu den einzelnen Vitrinen ist hier als pdf bereitgestellt.
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